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Sie sagt, in der Öffentlichkeit würde ich so gucken. So irgendwie direkt auf die Leute. Treudoof irgendwie. Nein, nicht treudoof; es sei schwer zu beschreiben. So wie ein Spatz, mit so einem Kopfrucken. Und obwohl ich ahnungslostuend nachhake, was sie meine, weiß ich doch sofort, was es ist, weil da die Ahnung ist, dass man es einmal willentlich angenommen hat. Viel später erst fällt mir ein, dass es die Arbeitswelt gewesen sein muss. Die sanfte Diktatur der bezahlten Arbeitszeit, in der man sich nur so halb richtig selbst gehört, impft einem ein: "Zeige, was du tust, bevor dich einer anschnauzt, weil du gar nichts tust." Es ist die Körpersprache der Braven, die jederzeit Zeugnis geben will, womit das körpertragende Ich sich gerade seinen Körper zu benutzen erdreistet. Deshalb treudoof, obgleich es die unauffälligste Masche darstellt, wo gibt.
Es ist eine Abwandlung des Tricks, die Blicke der anderen abgleiten zu lassen, indem man immerzu zu Boden schaut oder in der Gegend herum.
Statt seinen Blick zu verbergen, führt man jetzt sein echtes Treiben als übertriebenes Theater auf. Ich schaue hierhin; ich schaue dahin; wo müssen wir umsteigen; wann fährt die Bahn, ich gaffe meinen zufällig sich gegenüber Befindlichen die konventionell erlaubten zwei Sekunden an, so wie man sich eben kurz anzugaffen pflegt und signalisiere mein gutes Gewissen, meine Harmloskeit: "Ich werde dich nicht aus den Augenwinkeln mustern, oder in einer Fensterspiegelung beobachten. Ich mache das offen: Schau, schon hab ich dich vergessen! Nun vergiss du mich auch."

2.1.08 15:25

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